Mit der richtigen Übersetzerin erfolgreich in den DACH-Raum expandieren
- Julia Ferch

- 10. Jan.
- 13 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 30. Jan.
Du hast dich also dafür entschieden, in den DACH-Markt zu expandieren. Super Idee – Deutschland, Österreich und die Schweiz sind einer der lukrativsten Märkte in Europa, mit viel Kaufkraft und starkem Interesse an hochwertigen Produkten. Aber bevor du jetzt gleich „Übersetzer Deutsch“ bei Google eintippst, gibt es einige strategische Überlegungen anzustellen.

Bei der Suche nach dem richtigen Partner für deine Lokalisierung ins Deutsche geht es nämlich nicht nur darum, eine Muttersprachlerin zu buchen und gut ist. Du brauchst eine Person, die dein Business versteht, deine Brand Voice erfasst und versteht, was bei deinem deutschsprachigen Publikum wirklich ankommt. Dabei ist es egal, ob du nur ein einmaliges Projekt wie deine Website-Übersetzung im Sinn hast oder nach einer langfristigen Partnerschaft für all deinen Marketing-Content suchst. Die Wahl, die du jetzt triffst, wird über den Erfolg auf diesem Markt entscheiden.
Was du bedenken solltest, bevor du mit der Lokalisierung ins Deutsche loslegst
Analysiere zuallererst, wo du gerade stehst und setze mittel- und langfristige Ziele für den DACH-Markt – und zwar, bevor du auf die Suche nach Übersetzer:innen gehst. Überlege also, wie dein aktuelles (!) Standing im DACH-Markt aussieht und wo du mittelfristig mal landen möchtest. Das ist wichtig, weil etablierte Marken ganz anders mit ihren Zielkund:innen kommunizieren als neue Brands, die sich erst mal umfassend vorstellen und viel Vertrauen aufbauen müssen.
Diese Überlegungen entscheiden darüber, welche Art der Zusammenarbeit für dich Sinn ergibt und wie umfangreich dein Übersetzungsprojekt wirklich wird. Denn gerade der Scope wird gerne mal unterschätzt! Dazu kannst du dir einige Fragen stellen.

Ist der DACH-Markt für dich komplett neues Terrain?
Wenn die deutschsprachige Welt für dich bisher unbekanntes Territorium war, brauchst du wahrscheinlich umfassenden Support, um deine Marke in DACH auf ein stabiles Fundament zu stellen und deine Zielgruppe besser kennenzulernen. Von der SEO-Recherche zur Übersetzung deiner Website über Produkttexte bis hin zur Adaptierung deiner gesamten Marketingstrategie für einen komplett neuen kulturellen Kontext fällt also einiges an Arbeit an.
Oder willst du deine bestehende Kundenbasis in DACH ausbauen?
Vielleicht hast du aber auch schon einen gewissen Einfluss im deutschsprachigen Raum, willst aber noch mehr aus dem DACH-Markt herausholen. In Hinblick auf Content könnten dir dabei regelmäßige Newsletter, Blogbeiträge oder Social-Media-Kampagnen helfen, die dein lokales Publikum gezielt anspricht. Auch hier brauchst du wahrscheinlich regelmäßigen Support.
Steht bei dir ein Rebrand an?
Wenn du deiner Markenidentität ein komplettes Makeover verleihst, muss dein deutscher Content sich ebenfalls weiterentwickeln. Hier geht es nicht mehr darum, einfach nur Wörter zu übersetzen. Sondern darum, deine neue Identität und Brand Voice auf den deutschsprachigen Kulturkreis zuzuschneiden.
Welchen Umfang hat dein Lokalisierungsprojekt?
Ich erlebe immer wieder, dass Unternehmen den Umfang ihres eigenen Übersetzungsbedarfs massiv unterschätzen – es lohnt sich also, dir darüber genaue Gedanken zu machen. Denn dein Content-Umfang, die Größe deines Unternehmens und deine Ziele für den DACH-Markt sind entscheidende Faktoren bei der Suche nach dem richtigen Übersetzungsservice.

Wenn du eine große Marke bist, die regelmäßig Content veröffentlicht...
...dann brauchst du wahrscheinlich laufenden Support für all deine Marketing-Inhalte. Von monatlichen Newslettern über Produkt-Launches, Social-Media-Kampagnen und saisonale Aktionen. Überlege genau, welche Bereiche du für DACH lokalisieren willst. Hinzu kommt der Kraftakt, erst mal deine Website, deine bestehenden Marketing-Materialien und eventuell dein Produkt zu lokalisieren. Ein solcher Projektumfang erfordert entweder viel Zeit, eine gute Übersetzungsagentur mit festem Team für deinen Account ODER eine vernetzte Lead-Freelancerin, die Auftragsspitzen über vertrauenswürdige Kolleg:innen abdecken kann. So oder so ist das ein Job für mehr als eine Person!
Muss auch dein digitales Produkt oder deine Software lokalisiert werden?
Wie schon erwähnt, solltest du bei der Übersetzung nicht nur ans Marketing denken, sondern natürlich auch an deine User Experience. App- und Software-Lokalisierung mit regelmäßigen Updates erfordert eine andere Herangehensweise und ein anderes Toolkit als die Übersetzung einer statischen Website. Du brauchst also eine Person, die regelmäßig und zügig UI-Strings bearbeiten kann und deine Inhalte dabei einheitlich hält. Wenn du dich hier wiederfindest, könnte ein Retainer-Vertrag für dich perfekt sein – so sicherst du dir ein bestimmtes Kontingent bei der Freelancerin deines Vertrauens und hast die Verfügbarkeit, wenn du sie brauchst.
Planst du neue Content-Formate nur für DACH?
Du erstellst noch keine Blogs, Newsletter oder regelmäßigen Inhalte auf Social Media, willst aber für den deutschsprachigen Markt damit starten? Das kann sich lohnen, denn marktspezifischer Content performt häufig besser als kulturell nicht unbedingt relevante Übersetzungen deiner englischen Inhalte (zum Beispiel kannst du dir das Wortspiel zu Thanksgiving in DACH sparen). Plane das von Anfang an als umfangreiches Aufgabengebiet mit ein! Du brauchst in diesem Fall jemanden, der nicht nur Lokalisierung beherrscht, sondern sich auch mit Content Creation und Copywriting auskennt.
Expandierst du gleichzeitig in mehrere neue Märkte?
Wenn der DACH-Markt nur ein Puzzlestück einer großangelegten internationalen Expansion ist, kannst du mit großer Wahrscheinlichkeit einen Lokalisierungsmanager oder eine Projektmanagerin für die Expansion gebrauchen, um alles zu koordinieren. Je nach Umfang lohnt es sich in so einem Fall vielleicht auch, über eine Festanstellung nachzudenken. Das gilt ganz besonders, wenn du mehrere Sprachen und Märkte auf einmal angehen willst. Auch eine gute Übersetzungsagentur könnte hier hilfreich sein.
Solltest du deine deutschen Übersetzungen von Freelancern oder einer Agentur schreiben lassen?
Das ist tatsächlich die große Frage. Die Antwort hängt von Umfang und Komplexität deines Projekts ab – deshalb ist es so wichtig, dass du dir vorher Gedanken dazu machst. Freelancer:innen arbeiten in der Regel enger mit deinem Team zusammen und stecken mehr in der Marke drin. Agenturen bieten dir hingegen oft mehr Kapazitäten, um viel Arbeit in relativ kurzer Zeit zu erledigen. Es gibt hier also kein generelles Richtig oder Falsch, sondern kommt ganz auf deine Situation und Ziele an.

Wann eine Agentur die bessere Wahl sein kann
Hast du ein riesiges Lokalisierungsprojekt mit zehn Sprachen auf dem Tisch? Veröffentlichst du täglich Content auf mehreren Kanälen? Brauchst du viel Flexibilität, um spontan hoch- oder runterzuskalieren? Dann könnte eine Übersetzungsagentur für dich die richtige Wahl sein.
Agenturen haben die entsprechende Infratruktur, um komplexe Projekte in mehreren Sprachen abzuwickeln und können Ausfälle durch ihr breites Netzwerk an Übersetzer:innen relativ einfach kompensieren. Im besten Fall merkst du davon gar nichts. Für große Unternehmen mit hohen oder unvorhersehbaren Contentvolumina und relativ knappen Deadlines ist diese Flexibilität Gold wert.
In welchen Fällen du lieber mit einer freiberuflichen Deutsch-Übersetzerin arbeiten solltest
Wenn du dich wirklich stark auf DACH fokussierst, dir Qualität wichtiger ist als Quantität und du deinen Content-Kalender gut durchstruktieren kannst, bietet dir die direkte Zusammenarbeit mit einer Freelancerin jede Menge große Vorteile:
Immer dieselbe, hohe Qualität
Hast du einmal die richtige Person für deinen Content gefunden, kannst du dich auf gleichbleibende Qualität verlassen – so bleibt deine Brand Voice über alle Kanäle hinweg unverwechselbar und einheitlich. Wenn du mit einer Agentur arbeitest, wechseln die Freelancer im Zweifel häufiger (auch das bekommst du im Zweifel nicht mit). Wenn dir also wichtig ist, dass die Qualität bei jedem bisschen Text stimmt, setze lieber auf eine Freelancerin deines Vertrauens.
Hohe Vertrautheit mit deiner Marke
Wenn du immer mit derselben Person zusammenarbeitest, wird diese deine Marke irgendwann in- und auswendig kennen. Deine Werte, deinen Tonfall, deine USPs und – besonders wichtig – deine Zielgruppe. Übersetzungsagenturen bezahlen ihre Freelancer:innen häufig nicht extra dafür, sich mit deiner Marke vertraut zu machen. Es kann also sein, dass die Übersetzungen in dem Fall an deiner Brand Voice und Positionierung vorbeigehen (auch wenn sie rein technisch korrekt sind). Eine gute Freelance-Ergänzung wird sich in deinen Tone of Voice einarbeiten und deine Marke in- und auswendig kennenlernen, bevor sie die ersten Zeilen tippt.
Emotionale Bindung zu deiner Marke
Deine Freelancer:innen brauchen dich genauso wie du sie. Anders als Übersetzer:innen, die über eine Agentur für dich arbeiten (und dadurch oft keinen direkten Bezug zu deiner Marke haben), stecken deine festen Freelancer:innen mit Haut und Haaren drin. Sie sind ehrlich an deinem Unternehmen interessiert und wollen zu deinem Erfolg auf dem DACH-Markt beitragen!
Ein vertrauenswürdiger Business-Partner für alle Fälle
Die richtige Deutsch-Übersetzerin arbeitet nicht nur stumpf ihre Übersetzungen ab – sondern macht dich auf kulturelle Probleme aufmerksam, schlägt strategische Optimierungen vor und hilft dir proaktiv dabei, peinliche Fettnäpfchen zu vermeiden. Du hast damit nicht nur eine Dienstleisterin an deiner Seite, die auf Zuruf Aufgaben erledigt. Sondern eine kulturelle Beraterin auf Augenhöhe.
Zugang zu einem breiten Freelance-Netzwerk
Brauchst du auch einen Designer, eine Copywriterin oder einen Fotografen für deine Expansion nach DACH? Die meisten Freiberufler:innen sind enorm gut vernetzt und können dir die besten Kolleg:innen für deinen speziellen Bedarf empfehlen. Wenn du mit einer Agentur arbeitest, hast du oft keinen direkten Draht zu den Übersetzer:innen und weißt im Zweifel nicht, wer überhaupt an deinem Content arbeitet. Eine zuverlässige Freelancerin, mit der du schon gute Erfahrungen gemacht hast, wird dir hingegen gerne helfen, dein Team zu erweitern.
Du sparst bares Geld
Wenn du nicht gerade mit der billigsten Agentur zusammenarbeitest (mehr dazu unten), sind Freelancer:innen häufig die günstigere Wahl.* Denn bei einer Agentur zahlst du schließlich nicht nur für die Textarbeit, sondern auch für den ganzen Overhead. Projektmanager, Räumlichkeiten, Softwarelizenzen, Profite für den Vorstand und weitere Extrakosten sind in der Regel bereits eingepreist. Freiberufler:innen berechnen diese Dinge natürlich auch mit ein – haben aber im Zweifel deutlich geringere Kosten abzudecken als ein Unternehmen mit 50 Mitarbeiter:innen.
*Was nicht heißen soll, dass Lokalisierung per se günstig ist – sie ist durchaus ein (sinnvolles!) Investment, das vernünftig budgetiert werden muss, wenn du einen echten ROI sehen willst.
Sind Agenturen also eine schlechte Wahl?
Auf keinen Fall! Es gibt ausgezeichnete Agenturen – aber leider auch viele schwarze Schafe. Natürlich behauptet jede Übersetzungsagentur auf ihrer Website, nur mit den Besten der Besten zusammenzuarbeiten. Die allermeisten großen Agenturen halten ihre hohen Versprechen aber oft nicht. So kannst du die guten von den schlechten Playern unterscheiden:
Was eine gute Übersetzungsagentur ausmacht
Kleine „Boutique-Agenturen“ pflegen in der Regel engere Beziehungen zu ihren Übersetzer:innen, was sich direkt positiv auf die Qualität auswirkt. Sie arbeiten nicht mit jedem zusammen und wählen gezielt die richtigen Personen für deinen Content aus.
Sie gehen ehrlich mit technologischen Limitierungen um. Falls dir eine Agentur direkt im Erstgespräch maschinelle oder KI-Übersetzung für deine Marketing-Texte andrehen will, kannst du das Gespräch direkt beenden. Jede professionelle Marketing-Übersetzerin wird dir gerne bestätigen, dass automatische Übersetzung und kreativer Content eine unglaublich schlechte Kombination sind (ja, auch wenn ein Profi noch mal drüberguckt).
Sie haben klare Qualitätsstandards. Frag nach, wie sie an die Auswahl ihrer Freelancer:innen rangehen. Gute Agenturen arbeiten mit internationalen Standards wie ISO-Zertifikaten und verlangen von ihren Übersetzer:innen einen ordentlichen Abschluss in Übersetzung, Sprachen oder verwandten Feldern sowie nachweisbare Erfahrung in der Lokalisierung.
Sie legen Wert auf gute Freelance-Beziehungen. Was immer du machst, entscheide dich nicht für die günstigste deutsche Übersetzungsagentur – denn die wird mit großer Wahrscheinlichkeit auf Abkürzungen setzen, um Geld zu sparen. Billigagenturen bezahlen ihren Übersetzer:innen viel zu wenig, setzen sie mit unmöglichen Deadlines unter Druck und begleichen ihre Rechnungen gerne mal viel zu spät (oder gar nicht). All das wirkt sich massiv auf die Qualität deines Contents aus.
Sie stellen Übersetzungsteams strategisch zusammen. Die besten Agenturen erstellen dedizierte Teams für deinen Account. Das ist eine hervorragende Vorgehensweise, die aber leider sehr viele Agenturen nicht anwenden. Oft werden neue Aufträge einfach an die ganze Kontaktliste geschickt und wer als erstes „Hier!“ schreit, bekommt das Projekt – egal, ob qualifiziert oder nicht. Und das ist definitiv keine Art und Weise, die besten Talente für deinen Nische zu finden.
Sie lassen dich wählen. Möchtest du ein Wörtchen mitreden, wer an deinen Inhalten arbeitet? Gute Agenturen arrangieren in der Regel bezahlte Test-Übersetzungen für dich, damit du dir selbst ein Bild machen kannst, bevor ihr euch gemeinsam für die richtige Übersetzerin entscheidet.
Worauf du achten solltest, wenn du eine Freelancerin für die Deutsch-Übersetzung suchst
Die direkte Zusammenarbeit mit Freelancer:innen kann große Vorteile haben, solange deine Bedürfnisse nicht wahnsinnig komplex sind. Die Voraussetzung dafür ist die richtige Person zu finden. Denn auch unter Freelancer:innen gibt es natürlich schwarze Schafe. Es gibt also auch hier ein paar Dinge zu beachten, um den oder die richtige Freelancer:in für dein Lokalisierungsprojekt zu finden.

Prüfe die Qualifizierungen
Du solltest auf jeden Fall mit Profis zusammenarbeiten, nicht mit jemanden, der Übersetzung nur als kleinen Nebenverdienst betrachtet. Achte auf einen Abschluss in Übersetzung, Sprachen, Kommunikation, Marketing oder ähnlichen Feldern. Wenn die Person keine formelle Qualifikation hat, muss das aber nicht unbedingt heißen, dass sie unprofessionell ist. Sie sollte in dem Fall aber andere Arten der Aus- und Weiterbildung und fundierte Erfahrung in der Übersetzung vorweisen können. Lass dir außerdem das Portfolio und Profil zuschicken, damit du dir einen Überblick über die bisherige Arbeit und aktuelle Kunden machen kannst. So siehst du, ob die Person ihre Aussagen mit praktischer Erfahrung untermauern kann. Professionelle Übersetzer:innen stellen diese Unterlagen in der Regel gerne bereit.
Setze auf jemanden mit Branchenverständnis
Ganz wichtiger Punkt: Wenn du jemanden für deinen Marketing-Content suchst, sollte derjenige sich mit Copywriting, Marketing-Basics, SEO und Branding auskennen. Denn bei der Marketing-Übersetzung ist Präzision anders als in vielen anderen Übersetzungsfeldern NICHT das Nonplusultra. Vielmehr muss deine Übersetzerin verstehen können, welche emotionale Reaktion dein Content hervorrufen soll, auf welche kulturellen Referenzen du eventuell anspielst und wissen, wie all das effektiv ins Deutsche übertragen werden kann – ohne an Schlagkraft zu verlieren.
Die besten Freelancer:innen für deine Marketing-Lokalisierung arbeiten nicht nur in der Übersetzung, sondern auch im Copywriting und der kulturellen Beratung. Sie tauschen nicht nur englische Wörter gegen deutsche aus – sondern rekonstruieren den Effekt, den dein Originaltext auf deine englischsprachige Zielgruppe hat. Nur eben für einen komplett anderen kulturellen Kontext.
Suche nach einem Business-Partner
Das ist vielleicht der wichtigste Punkt. Such dir jemanden, der mit dir gemeinsam den DACH-Markt erobern will – als Partner auf Augenhöhe (nicht nur jemand, der deutsche Texte abliefert und dafür Geld bekommt).
Die richtige Überetzerin hat keine Angst, Fragen zu deinen Zielen, deiner Zielgruppe und deinen Kampagnen zu stellen. Sie wird dir ehrliches Feedback geben, auch wenn es manchmal konstruktive Kritik ist. Und sie macht dich sofort auf potenzielle kulturelle Probleme aufmerksam, damit du deine Marke nicht mit peinlichen Missverständnissen schädigst, bevor sie richtig Fuß fassen konnte.
Red Flags: Auf diese Warnzeichen kannst du achten
Unrealistisch niedrige Preise. Wenn du ein Angebot bekommst, das deutlich unter marktüblichen Preisen kalkuliert ist, hat die Person entweder keine Erfahrung, keinen Geschäftssinn oder nimmt Abkürzungen wie maschinelle Übersetzung. Denn gute deutsche Marketing-Übersetzung braucht Zeit und Expertise – beide kosten Geld.
Als Richtwerte nennt die Freelancer-Studie 2025 einen durchschnittlichen Stundensatz von etwa 100 €, im Marketing schwankt der Wert laut der Umfrage um 78–95 €. Aber wie immer giltn auch hier natürlich: Je spezifischer die Anfrage und je höher die Expertise, desto tiefer musst du in die Tasche greifen.
Keine Rückfragen zum Projekt. Professionelle Übersetzer:innen werden dir jede Menge Fragen stellen: zu deiner Zielgruppe, deiner Brand Voice, deinen Zielen und sprachlichen Besonderheiten des DACH-Raums wie zum Beispiel dem Gendern. Wenn dein:e Übersetzer:in einfach loslegt, ohne diese wichtigen Infos in Erfahrung zu bringen, ist das definitiv ein Warnsignal.
Vage oder generische Antworten. Wenn du Fragen zu spezifischen Dingen wie dem Projektprozess, der Erfahrung oder Herangehensweise stellst, sollten darauf konkrete, detaillierte Antworten folgen. Wenn dein Gegenüber ins Schwitzen kommt und keine richtigen Antworten parat hat, könnte das auf fehlende Erfahrung hindeuten. (Natürlich könnte die Person aber auch einfach nur nervös sein – lass dir in dem Fall die Fragen vielleicht einfach in Ruhe per Mail beantworten.)
Kein Portfolio oder fehlende Arbeitsproben. Etablierte Profis haben in der Regel Arbeitsproben, mit denen sie ihre Expertise untermauern können. Wichtig zu wissen: Viele Agenturen (und sogar einige Direktkunden) haben strenge NDAs und erlauben teilweise nicht mal Aussagen darüber, mit welchen Marken man zusammengearbeitet hat. Es kann also durchaus sein, dass das Portfolio stark anonymisiert ist. Schau, ob die Person vielleicht trotzdem Logos der Agenturen nutzen durfte – oder ob sie alternativ Empfehlungen bei LinkedIn hat (findest du ganz unten im Profil). Hat die Person überhaupt keine relevanten Nachweise, ist das ein eher schlechtes Zeichen.
Wo und wie du deine Deutsch-Übersetzerin findest
Jetzt weißt du, worüber du dir im Vorfeld Gedanken machen solltest, ob eine Agentur oder Freelancer:innen für dich mehr Sinn machen und worauf du bei der Auswahl achten solltest. Aber wo genau findest du denn jetzt professionelle Übersetzer:innen?
LinkedIn ist eine wahre Goldmine an qualifizierten Übersetzern und Übersetzerinnen. Geh in deine Suchleist und gib Begriffe wie "Übersetzer Deutsch Marketing" oder "Deutsch Lokalisierung" ein und filtere nach Profilen. Du solltest jetzt jede Menge Profile zur Auswahl haben – schau, wer dich auf den ersten Blick anspricht, sieh dir Empfehlungen im Profil an und stöbere ein wenig in den Posts herum. So solltest du einen guten ersten Eindruck bekommen, mit wem du es zu tun hast. Diese Vorgehensweise wäre immer meine erste Wahl, um Marketing-Übersetzer:innen zu finden!
Falls du stattdessen einen Post veröffentlichen willst, in dem du nach Deutsch-Übersetzer:innen suchst, geht das natürlich auch. Aber mach dich auf eine Nachrichtenflut gefasst – denn sobald dein Post einmal von der Community entdeckt wurde, werden dir wahrscheinlich Hunderte Profile empfohlen. Wenn dir also die Zeit und Energie fehlt, einen Haufen möglicherweise unpassender Profile zu prüfen, geh vielleicht lieber selbst auf die Suche und kontaktiere 5–10 passende Freelancer:innen direkt.
Branchen-Netzwerke und Verbände wie der deutsche BDÜ e. V. oder das britische Institute of Translation and Interpreting können dir helfen, zertifizierte Profis zu finden (denn dort kann in der Regel nicht jede:r einfach Mitglied werden).
Viele Übersetzer:innen haben auch eigene Websites mit Portfolios, also kann auch eine Google-Suche nicht schaden.
Frag andere Marketer*innen oder Partner, die bereits erfolgreich in den DACH-Markt expandiert haben. Persönliche Weiterempfehlungen sind oft Gold wert, denn schließlich hast du so einen unschlagbaren Beleg für die Expertise und Professionalität dieser Person.
Lust, dich bei LinkedIn zu vernetzen?
Dann schau auf meinem LinkedIn-Profil vorbei und sag gern mal Hallo – ich liebe es, neue Leute und Unternehmen kennenzulernen! Egal, ob dabei ein Projekt rausspringt oder nicht.
Wie viel Budget du einplanen solltest
Reden wir übers Geld. Wie oben schon erwähnt, ist professionelle Übersetzung ins Deutsche nicht ganz billig – kann aber eine sehr lukrative Investition sein, die über den Erfolg oder Misserfolg deiner Expansion in den DACH-Markt entscheidet. Wenn du dabei von Anfang an zu knauserig bist, könnte die Qualität deiner Kommunikation stark in Mitleidenschaft gezogen werden. Und einen Image-Schaden verursachen, von dem es schwer ist, sich wieder zu erholen. Denk dran: Deutschsprachige Zielgruppen runzeln schnell die Stirn, wenn ihnen etwas komisch vorkommt. Und deine Texte sind nunm mal häufig der erste Berührungspunkt mit deiner Marke (zusammen mit deiner Bildwelt). Wenn deine deutschsprachige Zielgruppe das Gefühl bekommt, da stimmt etwas nicht, werden sie ihr hardverdientes Geld sicher nicht für dein Angebot ausgeben.
Du solltest also in hochwertige deutsche Texte investieren, die von Anfang an Vertrauen aufbauen. Marketing-Übersetzung erfordert zusätzlich zu sprachlichem Können viel Kreativität, kulturelle Anpassung und Marketing-Expertise. Deshalb kostet diese Dienstleistung oft mehr als einige andere Übersetzungsservices. Die genauen Preise variieren stark je nach Content-Art, Komplexität und Deadlines, aber verdächtig niedrige Preise sind immer ein Warnsignal. Wenn du dir unsicher bist, recherchie marktübliche Stundensätze (z. B. in der oben schon erwähnten Freelancer-Studie 2025) und hol dir mehrere Angebote ein, um ein Gefühl für übliche Preise zu bekommen.
TL;DR: So findest du den richtigen Übersetzungspartner für eine erfolgreiche DACH-Expansion
Bei der Suche nach der richtigen Übersetzerin für die Lokalisierung ins Deutsche geht es ausdrücklich nicht darum, die günstigste Lösung zu finden oder einfach die erste Person zu buchen, die bei Google auftaucht. Stattdessen solltest du jemanden finden, der sowohl beide Sprachen als auch dein Business versteht. Nur so bekommst du jemanden, der dir durch knifflige kulturelle Unwägbarkeiten hilft, deine Botschaften für dein deutschsprachiges Publikum anpasst und deinen gelungenen Start auf dem DACH-Markt bestmöglich unterstützt.
Ob du dich dabei für eine freiberufliche Übersetzerin oder eine Boutique-Agentur entscheiden solltest, hängt von deiner individuellen Situation ab. Agenturen können für komplexe, mehrsprachige Projekte mit unvorhersehbarem Content-Volumen Sinn ergeben. Wenn du dich vor allem auf den DACH-Markt fokussierst, hast du mit Freelancer:innen zuverlässige Qualität, eine engere Zusammenarbeit und kannst eine gute Business-Partnerschaft auf Augenhöhe aufbauen, die sich unweigerlich in deinem Content niederschlagen wird.
Egal, für welchen Weg du dich entscheidest: Setze immer auf Qualität, kulturelles Verständnis und Marketing-Expertise statt auf niedrige Preise. Es mag auf den ersten Blick aussehen, als wenn du Geld sparst – kann dich aber teuer zu stehen kommen. Im schlimmsten Fall leidet dein Image oder du musst alles erneut übersetzen lassen und somit doppelt zahlen.
Der deutschsprachige Markt ist anspruchsvoll und kann äußerst lukrativ sein – wenn du die Expansion richtig angehst. Und deine professionelle Deutsch-Übersetzerin kann dich tatkräftig dabei unterstützen, die Lokalisierung mit genau der Wertschätzung und Strategie anzugehen, die deine deutsche Zielgruppe verdient hat.

Brauchst du eine deutsche Marketing-Übersetzerin, die deine Brand versteht?
Dann sollten wir uns unterhalten! Ich unterstütze internationale Marken dabei, mit Marketing-Übersetzung und Copywriting im deutschsprachigen Markt durchzustarten. Ohne Business-Blabla, leere Worte und hölzerne Übersetzungen. Stattdessen bekommst du bei mir kulturell optimierten Content, der dem englischen Original in nichts nachsteht.
Schau dir einfach mein Angebot an oder buch dir direkt einen Termin, um über dein Lokalisierungsprojekt zu schnacken. Ich freu mich drauf!
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